Wie du dein negatives Gedankenkarussell stoppst!

Kennst du diese Situation? 

 

Du liegst im Bett, sitzt im Kino, im Theater, beim Frühstückskaffee oder an sonst irgend einem Platz. Und auf einmal findet du dich mit deinen Gedanken mitten in einem Streitgespräch wieder, das du vor kurzer Zeit mit jemanden geführt hat. Es ist egal, wo du gerade bist, ob das jetzt passend oder unpassend ist.

 

Du bist „nicht nur dabei, sondern mitten drin“.

 

Oftmals passieren solche Situationen auch, wenn man monotone Aufgaben erledigt wie zum Beispiel Wohnung putzen, Rasen mähen usw.

 

Und das Schlimme daran: So sehr du dich auch bemühst, du kannst dieses ewige Reden und Diskutieren im Geiste gar nicht stoppen. Wie ein Endlos-Film läuft das ab. Und es ist kein Ende in Sicht.

 

Wenn du dich in einer solchen Situation immer wieder findest, dann sind die 5 einfachen Tipps, die ich dir zum Unterbrechen dieser unangenehmen Momente geben möchte, goldrichtig. 

Und es beginnt sich zu drehen

Wien. 

Sommer 2018. 

Es ist kurz vor Mitternacht und ich habe mich gerade ins Bett gelegt. Ich bin sowieso total müde von einem anstrengenden Tag, das heiße Wetter trägt seinen Teil dazu bei, dass ich nicht rasch einschlafen kann. Und dann das.

Nachts im Gedankenkarussell

Genau in diesem Moment, als ich gerade glaubte, ins Traumreich einzutauchen, erinnerte ich mich an ein äußerst heftiges und unangenehmes Gespräch, das ich vor rund 2 Wochen mit einem Bekannten geführt hatte. 

 

Ich hätte ja noch verstanden, wenn die Gedanken zu diesem Gespräch am Abend von jenem Tag gekommen wären, an dem es stattgefunden hat. Aber 2 Wochen später sich wieder unvermutet und vor allem mitten in der Nacht daran zu erinnern hat mich dann doch überrascht.

 

So schnell konnte ich gar nicht „schauen“, als ich mich mitten in genau diesem Streitgespräch befunden habe. 

Gute Argumente, nur 2 Wochen zu spät

Na gut, zuerst war es mir noch egal. Dann, als ich schon einige Zeit mit diesen total unpassenden Gedanken verbracht habe, wollte ich sie natürlich stoppen. Nur so einfach war dieses Unterfangen gar nicht. Und das Interessante dabei ist, dass ich nun - in Gedanken -  Argumente vorgebracht habe, die ich im echten Gespräch nicht getätigt habe. Tja, eindeutig zu spät, denn ich fand meine Argument recht gut!

 

5 Minuten später: ich liege noch immer im Bett. Und ich diskutiere noch immer mit diesem Typen. Mit jemandem, der (Gott sei Dank!) gar nicht live hier sondern nur in meinen Gedanken weilt!

 

Es vergehen weitere Minuten, ich merke, dass ich aus diesem Thema und aus dieser Schleife grad gar nicht rauskomme. Es ist interessant zu sehen, wie mutig ich in dieser fiktiven Diskussion bin! Wenn ich das nur in der damals echten Szene auch gemacht hätte.

 

Na gut, es ist inzwischen rund eine halbe Stunde vergangen. Manche Leute sagen über mich, dass ich sehr geduldig bin. Ich glaube, das bin ich wirklich. Aber eher bei Menschen/Sachen/Dingen, wo ich einen Sinn darin sehe, meinen Geduldsfaden nicht abrupt abreißen zu lassen. Aber jetzt!? Jetzt will ich nicht mehr. Ich habe es satt, mitten in der Nacht zu diskutieren.

 

Solche Momente bzw. Situationen passieren mir nicht sehr oft, aber halt immer wieder. 

 

Wie ist das mit dir? Spielen sich in deinem Hirn, meist zu unpassenden Zeiten, Szenen ab, die dich beschäftigen und du nicht mehr aussteigen kannst. Das Gedankenkarussell dreht sich ohne Ende.

 

Früher war das wirklich sehr belastend für mich. Und ich kann mir wahrlich Schöneres vorstellen, als mit irgendwelchen Leuten, die mir auf den Geist gehen und mir schon tagsüber „im echten Leben“ den Nerv ziehen, die Nacht zu bringen. In meinem Bett! ich bin jetzt echt gestresst!

 

STOP!

Was passiert in solchen Momenten eigentlich in deinem Körper?

Was passiert im Körper bei Stress?

 

Der Geist, die Gedanken sind ja voll dabei, sich in einen Sache bzw. Situation hinein zu steigern. Also überträgt sich eine entsprechende Gehirnreaktion auch auf den Körper. Es entsteht Stress und die körperlichen Auswirkungen sind sofort zu spüren. Man wird aggressiv und nervös.

 

Blutdruck steigt, man ist auf „Alarm“ programmiert …. und noch immer kein Ende in Sicht. Man wird nervöser und nervöser. Man merkt: die Gedanken verselbständigen sich. Hier kannst du nachlesen, was so alles im Körper abläuft, wenn der Stresspegel zu hoch und zu lange anhält.

 

Und das pikante daran: du sitzt vielleicht sogar alleine im Wohnzimmer, im Kino oder sonst wo. Alleine oder in Begleitung. Du kannst die Situation nicht stoppen und steigerst dich immer mehr und mehr rein.

 

Was für ein Glück, wenn man dann durch einen Anruf oder sonst eine Ablenkung wieder auf andere Gedanken kommt.

 

Aber was kann man effektiv tun, wenn es wirklich schlimm wird. 

5 ausgewählte Tipps, um dein Gedankenkarussell zu stoppen!

Ich habe 5 effektive und sofort einsetzbare Tipps für dich, die du einfach umsetzen kannst und die auch noch effektiv sind. Ich stelle sie dir hier vor.

Tipp #1:Lenke deine Gedanken bewusst auf etwas anderes! Nämlich durch lesen!

Eine gute Möglichkeit, um aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, ist lesen!

Wenn ich merke, dass ich in eine solche Falle getappt bin, dann nehme ich mir ein Buch zu Hand und beginne - ja genau -zu lesen.

 

Das klappt bei mir am besten mit Fachliteratur. Es klingt vielleicht komisch, aber in solchen Nächten - oder auch tagsüber - schlage ich meine Anatomie- und Cranio Sacral-Bücher oder ähnliches auf und lese bewusst und sehr genau. Ich möchte nämlich meine Zeit nicht sinnlos verstreichen lassen.

 

Und ich wiederhole den Inhalt des Gelesenen mit meinen Worten, so dass ich mich wirklich auf etwas anderes konzentrieren muss.

 

Zu Beginn ist das wirklich richtige Arbeit, nicht den störenden Diskussions-Gedanken die Oberhand zu überlassen.

 

Ich empfehle dir: bleib dran.

Lies weiter und konzentriere dich auf den Stoff, den du liest. Das funktioniert natürlich nicht nur mit Fachliteratur, sondern auch mit Romanen, Blogartikeln usw. Manchmal bin ich dann richtig froh, dass ich einen Anlass hatte, schon längst Fälliges endlich gelesen zu haben.

 

Und so hat man 2 Fliegen mit einem Streich erlegt. Auch nicht schlecht.

Tipp #2: Raus mit dir ins Freie und mach Sport

Beweg dich, um auf andere Gedanken zu kommen!

Zugegeben, das funktioniert am besten in der wärmeren Jahreszeit, aber mit der richtigen Kleidung ist das auch kein Problem, wenn es draußen kalt ist.

 

Ich nehme mein Handy immer mit und höre dann meine Lieblingsmusik. Du willst wissen welche? Also manchmal höre ich Opern von Richard  Strauss, zeitweise Popmusik, oder auch Abba … ja, ich bin da ziemlich flexibel.

 

Sehr gerne höre ich beim Laufen oder draußen beim Sport auch Podcasts, die ich abonniert habe. So nutze ich die Zeit gleich sinnvoll. Tja, fällt dir etwas auf: schon wieder 2 Fliegen (die miesen Gedanken und Streitgespräche im Kopf sind weg und ich lerne etwas).

 

Aber genau so gut kannst du auch Indoor ein paar Kräftigungsübungen machen. Glaub mir, die sind so anstrengend, dass du sehr bald auf andere Gedanken kommst. Und versuch dir vorzustellen, wie dein unwillkommener Gesprächspartner mit dir Liegestütz, Bizeps-Übungen & Co. gemeinsam macht. Eventuell verschwindet er aus deinen Gedanken nun noch schneller als geahnt.

Tipp #3: Leg dir ein paar tolle Momente und positive Gedanken aus deinem Leben zurecht.

Das ist ein extrem effektiver Tipp.

 

Wenn man Gedanken an schöne und wunderbare Momente mit z.B. seinem Partner/seiner Partnerin, den eigenen Kinder oder Freunden usw. aktiviert, dann vertreibt das zu meist hundertprozentiger Sicherheit alles Negative im Kopf. Versuche unbedingt, nicht nur kurz an das Schöne zu denken, sondern bleib unbedingt dran. 

 

Du brauchst vor allem am Anfang etwas länger, um dein Gehirn und in weiterer Folge auch dein Unterbewusstsein  wieder auf tolle und gute Gedanken zu bringen. Also spiel im Kopf jetzt die schönen Momente durch, ganze Szenen, erinnere dich an alles, was geschehen ist, an Gerüche, Geräusche, Musik, wie du dich gefühlt hast! Lass die guten und positiven Emotionen, die du damals hattest, jetzt wieder in dir entstehen.

 

Bleib dran und genieß das, was sich in deinem Kopf jetzt abspielt Du trainierst dein Gehirn aufs Positive. Dadurch werden entsprechende Verbindungen in deinem Gehirn geschaffen und das nächste Mal wirst du dich einfacher und schneller daran erinnern können. Und nochmals: nimm unbedingt deine damaligen schönen Emotionen mit und lass sie so richtig in dir aufsteigen! Übe das so oft du möchtest und warte nicht unbedingt auf den Ernstfall. Denn wenn dein Gehirn schon entsprechend trainiert ist, gelingt das positive Erinnern in Stresssituationen viel besser.

Erinnere dich an tolle Momente in deinem Leben!

Tipp #4: Schreib ein Erfolgs- und Dankbarkeitsjournal!

Führe ein Erfolgs- und Dankebarkeitsjournal.

Vielleicht hast du schon davon gehört?

 

Ich habe das vor knapp 2 Jahren kennen gelernt und dieses Ritual ist fixer Bestandteil meines Lebens geworden:

Ich führe ein Erfolgsjournal.

 

Was das ist? Das ist ein Buch, das ich täglich abends vor dem Schlafengehen schreibe. Da notiere ich drei Erfolge, die ich tagsüber erlebt habe. Das kann thematisch sehr unterschiedlich sein. Erfolge in meinem Beruf, Privat usw. 

 

Wenn ich dann von Zeit zu Zeit mein Erfolgsjournal zur Hand nehme und darin zu lesen beginne, fällt mir auf, dass ich Vieles davon schon wieder vergessen habe. Mit diesem Buch hole ich die schönen Erinnerungen wieder aus meinem Unterbewusstsein ins Bewusstsein. Und da gehts mir immer sehr gut dabei! Und wenn ich darin lese, kann ich gar nicht anders, als die negativen Gedanken zu verdrängen. Da hat kein nerviger Diskussionspartner in meinem Kopf eine Chance. Das hilft garantiert bei solchem Gedankenkreisen.

 

Und zugleich führe ich auch ein Dankbarkeitsjournal.

 

Da kommt rein, ebenfalls jeden Abend, wofür ich dankbar bin. Die Momente, die Situationen, die tagsüber passiert sind und die ich nicht als selbstverständlich nehme. Ich bin wirklich dankbar dafür. So gewinnt man auch mehr Respekt vor dem Leben. Mir gefällt das sehr gut! Und auch das lese ich von Zeit zu Zeit immer wieder durch und erinnere mich dann an schöne Momente.

 

Das vertreibt jeden lästigen Gedanken!

Tipp #5: Sag laut: STOP

Lerne Stop sagen, um dein negatives Gedankenkarussell zu stoppen

Das ist ebenfalls ein wirksames Mittel.

 

Wenn sich das Karussell gar nicht stoppen lässt, dann ziehst du die Reißleine und sagst laut (so dass du es gut hören kannst): STOP!

 

Stell dir auch ein rotes Stop-Schild vor, wie wir es aus dem Straßenverkehr kennen.

 

Und jetzt kommt das Wesentliche: 

Zusätzlich musst du hier jetzt aktiv werden und dich bewusst mit anderen Themen beschäftigen. Lies etwas, geh raus und mach Sport usw. Es wird dir diese Technik wenig helfen, wenn du einfach nur „Stop“ rufst und du dich weiterhin deiner Gedankenspirale hingibst.  Wenn du diese Übung gut beherrscht, brauchst du das Wort „Stop“ nur mehr im Gedanken und nicht mehr laut sagen. Das hilft rasch bei entsprechender Routine.

 

Was ich hier bei dieser Technik zusätzlich noch gern mache: bevor ich laut „Stop“ sage, erkläre ich in Gedanken meinem Gesprächspartner, dass er jetzt noch 10 Sekunden hat und in dieser Zeit darf er mir nur Positives und Schönes sagen. Und dann hat er zu verschwinden. 

 

Und ich sag dir: das hilft sehr gut! 

Das Gedankenkarussell stoppen lernen

Am besten hilft: sei aktiv - im Kopf und evt. auch mit dem Körper - und mach etwas! Lege dir ein paar Tipps, die ich dir vorher gegeben habe, parat und setze sie ein.

 

Und resigniere nicht. Du musst, so wie vieles, auch das üben. Aber je besser und öfter du übst, desto erfolgreicher wirst du sein.

Vergiss nicht: du bist der Herr/die Frau über deine Gedanken

Positive Gedanken erschaffen

Mach dir bewusst, dass du die Herrschaft über deine Gedanken hast. Versuche auch so oft wie möglich positiv zu denken. Das hilft auch deinem Körper. Wenn man positiv denkt, kann der Körper keine negativen Stresshormone ausschütten. Und in weiterer Folge fühlst du dich gut. Und du hast dann schon mal eine gute Basis geschaffen!

 

Was du denkst bestimmst du! Also lass aktiv so viele gute und schöne Gedanken in deinen Kopf wie nur möglich!

 

Wie du auf etwas reagierst bestimmst du. Dazu mehr in einem der nächsten Blogs.

 

Wie gehts es dir eigentlich in solchen endlos scheinenden Diskussions-Spiralen??

 

Was machst du, wenn du in einem Gedankenkarussell bist und raus möchtest?

 

Ich freu mich auf deinen Kommentar!

 

Herzlich

Dein Robert 

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