Ich habe keine guten Nächte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das kennt man doch. Und nicht erst seit heute. Entweder von Erzählungen oder weil man es selbst am eigenen Leib gespürt hat: man liegt todmüde im Bett, wälzt sich von einer Seite auf die andere, steht auf, legt sich wieder nieder, dreht sich herum. Steht auf, legt sich hin, dreht sich herum. Und dann?

Scheinbar endloses Wiederholen dieses Rituals. Die ganze Nacht. Man kann einfach nicht einschlafen. Und dann doch: irgendwann ist es so weit. Das Hirn arbeitet und man schreckt wieder auf, weil man vielleicht extreme Angst spürt, sich selbst beim Schreien hört (so ist es mir vorgestern selbst ergangen) oder einfach die Phase des kurzen, erschöpften Einschlafens auch schon wieder vorbei ist.

Das ist aber kein Phänomen der heutigen Zeit. So erging es immer schon vielen Menschen. Ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit gefällig?


Mykene.

Hinterhof des Palastes.

Nach dem Trojanischen Krieg.

Nehmen wir mal Klytämnestra, die Mutter von Elektra. Zur Ausgangssituation sollte man wissen, dass die beiden, sagen wir es mal so, nicht die besten Freundinnen sind. Ich würde eher sagen: das absolute Gegenteil davon.

„Ich habe keine guten Nächte. Weißt du kein Mittel gegen Träume“

Als Klytämnestra ihrer Tochter Elektra sagt „Ich habe keine guten Nächte. Weißt du kein Mittel gegen Träume“ ahnt sie noch nicht, dass die Tochter tatsächlich ein sehr wirksames Mittel gegen ihre schlechten Nächte und Träume hat.

Es gibt in der Tat verschiedene Arten und Mittel, wie man sich das (Ein-) Schlafen erleichtern und verbessern kann. Nicht jedes würde ich empfehlen. Auch jenes nicht, das Elektra ihrer Mutter nicht nur empfiehlt sondern dann auch noch anwenden lässt.

 

Bist du neugierig geworden, welches Mittel Elektra hier anspricht? Im Text von Hugo von Hofmannsthal, der das Libretto zur Musik von Richard Strauss geschrieben hat, findest du die Antwort. Klick einfach hier und du gelangst direkt zum Text.

Du bist nicht allein

Ich habe in meiner Praxis recht häufig Menschen, die wegen Schlafproblemen zu mir kommen.
Ohne ausreichendem Schlaf sind wir nicht nur schlecht gelaunt und vielleicht sogar unausstehlich. Nein, Schlaf und jetzt meine ich  in ausreichendem Maße, ist überlebensnotwendig. Schlafentzug ist sogar eine Foltermethode und wird leider immer noch auf dieser Welt eingesetzt.

Ein Blick auf Statistiken zeigt, dass Schlafstörungen alles andere als selten sind:

  • es betrifft rund 20-25% der Bevölkerung, in den meisten Fällen eher kurzfristig
  • 10% fühlen sich langfristig belastet
  • es sind mehr Frauen als Männer davon betroffen
  • mehr Ältere als Jüngere
  • Auffallend: ab dem 65. Lebensjahr haben über 50% der Menschen Schlafstörungen

 

Es muss in diesem Zusammenhang auch ein ganz wichtiger Aspekt erwähnt werden: der Schlafbedarf eines jeden Menschen ist unterschiedlich. Was für den einen (zu) kurz erscheint (z.B. 5 Stunden), ist für den anderen mehr als ausreichend. Eines sollte der Schlaf aber auf jeden Fall sein: erholsam (die Schlafqualität muss also stimmen). Körper und Seele, ich betrachte sie immer als Einheit, müssen sich ausruhen können. Zur Ruhe kommen ist wichtig. Extrem wichtig sogar! Und trotzdem fällt es vielen Menschen so schwer.

Wissenschaftlich Studien sagen, dass auf lange Zeit gesehen der Mensch ab dem 30. Lebensjahr 6 Stunden Schlaf jeden Tag braucht.

Und wie ist das bei Babys?

Der Schlafbedarf bei einem Baby ist natürlich sehr viel höher als bei einem Erwachsenen.

Hier sind die ungefähren Richtwerte:

  1. Ein Neugeborenes braucht ca. 16 - 18 Stunden Schlaf/Tag
  2. Einjährige ca. 12-15 Stunden/Tag
  3. ab 4 Jahren sind es dann ca. 12 Stunden/Tag

Das ist natürlich nur eine überblicksmäßige Orientierung. Auch bei Babys und Kleinkindern steht fest: jedes Kind hat seinen „persönlichen“, oftmals sehr unterschiedlichen Schlafbedarf.

 

Und wenn wir uns hier ehrlich sind: das kann dann aber auch schon mal zur  (großen) Belastung für die Eltern werden, wenn die lieben Kleinen nicht genug schlafen. Liebe hin, Liebe her: auch Mama & Papa brauchen ihren Schlaf. Wenn Säuglinge zu wenig schlafen, führt das auch zu schlaflosen Nächten und Verunsicherung der Eltern.

 

Sie möchten natürlich „alles richtig machen“ und glauben, hier etwas nicht ganz so gut hinzubekommen.
Schlafprobleme bei Babys sind oft normal. Die Lösung erscheint so verblüffend wie einfach: die Neugeborenen haben einfach noch nicht gelernt, durchzuschlafen und sich selbst zu beruhigen, wenn sie nachts aufwachen, sagt Torsten Spranger vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland.

Treten aber weitere Beschwerden auf, sollten Eltern den Kinderarzt auf jeden Fall um Rat fragen.

Hilfe und Tipps beim Einschlafen und Durchschlafen

Es gibt Grunderkrankungen, in Folge dessen es zu Schlafstörungen kommt. Hier sind  einfache Tipps und Ratschläge natürlich nicht ausreichend. Das müssen wir uns vor Augen halten.

Aber nachstehend habe ich dir 8 Tipps zusammen gefasst, die sehr hilfreich sein können, damit du besser schläfst.

Tipp #1: Mein persönlicher Lieblingstipp - ein Ritual


Vielleicht bist du jetzt überrascht, aber ein sehr effektiver Tipp, um schneller einzuschlafen und besser durchzuschlafen, ist ein Abend-Ritual. Das haben Schlafexperten festgestellt und empfohlen. So wie es selbstverständlich ist, dass man abends die Zähne putze, gewöhne dir auch abends ein (kleines) Ritual an, dass du jeden Abend durchführst.

Ein paar Tipps, wie du ein für dich passendes Abend-Ritual gestalten kannst:

  • Einfach ein entspannendes Bad nehmen, vielleicht mit Ölen, die du magst
  • Ein paar Minuten für sich Zeit nehmen, die Augen schließen (im Sitzen auf der Couch oder sonst wo an einem gemütlichen Ort in der Wohnung), den Tag Revue passieren lassen. Erinnere dich, was alles an Schönem und Angenehmen heute passiert ist. Und sein dankbar dafür! Nichts ist selbstverständlich! Lass den Tag einfach los.
  • Ruhig atmen. Bring deine Aufmerksamkeit auf deine Atmung und du wirst überrascht sein, wie gut dir das tut. Ebenfalls am besten an einem bequemen Ort/Couch.

Tipp#2: Das Tier in mir

Wenn der Mensch eines ist, dann ein Gewohnheitstier. Gewöhne dir an, dass du jeden Tag - auch am Wochenende (aber übertreib es nicht) - zur selben Zeit aufstehst. Versuche, das annähernd wenigstens hinzubekommen. Ins Bett gehst du am bestens dann, wenn du dich müde fühlst. Vermeide so viel Zeit wie möglich, die du schlaflos im Bett verbringst.

Tipp #3: Vergiss Facebook & Co

Seien wir uns ehrlich: wir verbringen tagsüber mehr als genügend Zeit auf den diversen Social Media Kanälen. Da ist es nicht mehr notwendig, auch noch das allerletzte Fotos des Abendessens eines Freundes zu sehen. Im Bett hat das nichts mehr verloren. Außerdem suggeriert das Licht auf deinem Display: es ist keine Schlafenszeit. Aber genau das ist es jetzt. Also raus aus Facebook & Co.

Tipp #4: die Umgebung macht es aus

Das sollten wir nicht unterschätzen: ganz wichtig ist der Raum, die Schlafumgebung, in der wir uns befinden: Und ganz wichtig ist lüften!

 

Frische Luft und Sauerstoff unterstützen den Körper beim Schlaf. Außerdem soll es dunkel sein. Vorhänge können hier Abhilfe schaffen, wenn nicht von Haus aus schon eine angenehme Dunkelheit gegeben ist.

 

Hinweis: Melatonin, das ist ein Schlafhormon, wird nur bei Dunkelheit produziert ;)

Tipp #5: Jaja, der Schweinsbraten

Schmunzle jetzt nicht, denn es ist einfach so, dass viele Menschen abends viel viel viel zu schwer essen. Der Körper hat extrem zu tun, wenn du ihn abends noch mit schweren und schwer verdaulichen Lebensmitteln zu schüttest. Du tust weder Körper noch Seele etwas Gutes damit, wenn du das machst. Ein altes, ich gebe zu komplett ausgelutschtes Sprichwort hat einfach Recht: In der Früh iss wie ein König, mittags wie ein Edelmann und abends wie ein Bettler!

Danke Mama ;)

Tipp #6 Tschüss Stress

Das ist einfacher gesagt als oftmals gemacht. Aber Stress ist ein Schlafkiller. Und wie! Denk mal nach, wie ist das bei dir? Und: das Problem ist nicht immer der Stressfaktor, sondern unsere Reaktion darauf!

Die ganze Arbeitswoche kommst du kaum zur Ruhe, das Wochenende steht vor der Türe und anstatt sind einfach zurück ziehen zu können, sind am Samstag und Sonntag auch schon wieder so viele Termine, die dich stressen. Werde dir bewusst, dass du, dein Körper und dein Geist das ganz sicher eine Zeit lang recht gut aushalten könnt. Aber irgendwann kommt der Moment, wo es nicht mehr geht. Hier besteht die Gefahr, dass man die Anzeichen übersieht. Die Konsequenzen können schlimm ausfallen.

„Das Leben schießt zuerst mit Kieselsteinen, dann mit Pflastersteinen und dann -  wenn man es echt nicht checkt, dass etwas falsch im Leben läuft - mit Felsen!“ Ich wünsche dir, dass du schon den Bewurf mit Kieselsteinen bemerkst!

Tipp #7: Beweg dich!

Seien wir und ehrlich: wir sitzen doch fast den ganzen Tag. Das ist sicher auch ermüdend, aber unser Körper ist nicht dafür geschaffen, den ganzen Tag zu sitzen. Nein, er ist geschaffen worden, damit er in Bewegung ist. Überlege dir mal, ob du genügend Bewegung/Sport in deinen Tagesablauf eingebaut hast.

 

Wenn du deinen Körper auspowerst, wirst du vermutlich auch besser schlafen, weil der Körper dann alles daran setzen wird, um zur Ruhe zu kommen. Man fühlst sich nach Bewegung/Sport einfach klasse! Genieße doch das Gefühl „danach“. Es tut dir gut und kann der entscheidende Punkt sein, dass du besser schläfst!

Tipp #8: Na dann: Guten Morgen

Last but not least: Wenn du wirklich keine Chance darin siehst, noch irgendwie zu geruhsamen Schlaf zu kommen, dann nutze die Zeit einfach. Auch bei mir kommt es vor, dass ich ganz einfach nicht (mehr) einschlafen kann.

Und was ich dann mache: ich stehe einfach auf. Und erst, wenn ich mich wirklich zu 100% entschlossen habe, auf zu bleiben, dann mache ich mir einen Kaffee. Die Zeit, die ich durch das frühe Aufstehe gewinne, nutze ich aber dann wirklich für sinnvolle Sachen. Ich schreibe Blogs, notiere Ideen für Sachen und Dinge, die ich in Zukunft machen und erledigen möchte. Auch beantworte ich Mails usw. Und dann habe ich das Gefühl, dass aus dem Negativen (Schlafstörung) etwas Gutes geworden ist. Fazit: ich fühl mich gut!

Und wie ist das mit dir?

Wie ist das eigentlich mit dir? Hast du den einen oder anderen Tipp oben wieder gefunden, den du schon anwendest? Was machst du, wenn du nicht schlafen kannst?

 

Schreib unten einen Kommentar und lass es uns wissen! Vielleicht hilft genau dieser Tipp einem anderen Menschen weiter!

 

Ich wünsche dir und mir, dass du in diesem Blogartikel Hilfe gefunden hast. Lass ich einfach inspirieren und setze den einen oder anderen Tipp um. Wann? Heute!!  Bleib konsequent dran bei der Suche nach mehr Schlafqualität. Und ich bin sicher, dass auch du bald einen merkbaren Unterschied spüren wirst.

Wenn du noch Fragen hast, wende dich einfach an mich. Ich freu mich darauf!

Bis dahin alles Liebe,

Dein Robert

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Kommentare: 1
  • #1

    Christine Appelt (Dienstag, 10 Oktober 2017 20:06)

    Danke für diesen Beitrag! Mir gefällt das mit dem Ritual total gut!